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Gehler, J. S. T. Physicalisches Wörterbuch |
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| Zaubergemälde, Franklins |
Tabula magica s. Pictura magica Franklini, Tableau magique. Franklin (New exp. and. observ. on electricity in several letters to Mr. Collinson. London, 1751. 4. übers. von Wilke: B. Franklins Briefe von der Elektricität. Leipz. 1758. 8. S. 37.) beschreibt unter dem Namen des Zaubergemäldes oder magischen Bildes eine belegte Glastafel, welche mit Elektricität geladen und berührt einen hestigen Schlag giebt, aber mit gehöriger Vorsicht sich ohne Schlag berühren läst, und auf diese Weise zu einem artigen Versuche dient.
Die Erfindung ist, wie Franklin selbst anführt, von Kinnersley. Da sie zu den berühmtesten elektrischen Belustigungen gehört, und von Franklin etwas undeutlich beschrieben wird, so habe ich in meiner deutschen Uebersetzung des Cavallo ihre Einrichtung nach den Vorschlägen des Herrn Wilke (a. a. O. S.259.) deutlicher darzustellen gesucht.
Man nehme einen Kupferstich, etwa von einem regierenden Herrn, schneide das Brustbild heraus, vergolde dessen hintere Seite, und klebe es mit dünnem Gummiwasser auf eine Glastafel so, daß die Vergoldung ans Glas kömmt, und eine Belegung desselben abgiebt. Auf die andere Seite der Glastafel klebe man den übrigen Theil des Kupferstichs so auf, daß dessen rechte oder vordere Seite ans Glas kömmt, damit von vorn gesehen das ganze Bild in seiner gehörigen Lage erscheine, obgleich das Brustbild vor dem Glase und der übrige Theil des Kupferstichs hinter demselben ist. Die hintere Seite der Glastafel und des darauf geklebten Papiers überziehe man nun mit Goldblättchen, lasse aber den obern Theil frey. Zuletzt fasse man das ganze Bild am obern, nicht vergoldeten, Theile an, und setze eine kleine auf beyden Seiten vergoldete Krone auf das Haupt des Königs.
Wird alsdann diese auf beyden Seiten belegte Glastafel mäßig geladen, und einer Person so in die Hand gegeben, daß selbige die hintere Vergoldung mit berührt, so wird diese Person, wenn sie es wagt, die Krone vom Haupte des Brustbilds abzunehmen, oder nur anzutasten, einen starken Erschütterungsschlag bekommen, und ihren Endzweck verfehlen. Der Experimentator hingegen, der das Bild jederzeit am obern nicht vergoldeten Theile anfasset (mithin durch seine Hand oder seinen Körper keine Verbindung zwischen beyden belegten Seiten macht), wird die Krone ohne Schlag anrühren, und dieses als einen Beweis seiner Treue angeben können.
Dieser Versuch erhält von Franklin den Namen der Verschwörung (Experience des Conjurés), wenn der Schlag durch mehrere Personen geleitet wird, die einander bey den Händen anfassen, und von denen die beyden äussersten, eine die hintere Belegung der Glastafel, die andere die Krone, berühren.
Man muß sich hiebey hüten, die Tafel anders, als sehr schwach, zu laden; weil alle elektrische Platten, stark geladen, allzuheftige Wirkungen äussern, s. Quadrat, elektrisches. Da der Schlag aus einem solchen magischen Bilde von mäßiger Größe ein ganzes Buch Papier durchbohrt, so könnte bey allzustarker Ladung der Versuch eben so unglücklich für die Verschwornen ausfallen, als das Verbrechen selbst, wovon er benannt ist.
Tib. Cavallo Vollständige Abhandl. der Lehre von der Elektricität. a. d engl. Dritte Aufl. Leipz. 1785. gr. 8. Zus. des Uebers. S. 195 u. f.
Zauberkunst, natürliche, s. Magie, natürliche.