Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Nickel
Nickel, Niccolum, Nickel.

Ein eignes erst seit 1751 durch Cronstedt entdecktes Halbmetall von einer weissen, etwas röthlichen Farbe, das durch die Verkalkung in einen grünen Kalk zerfällt, und ein Glas von einer röchlich braunen oder Hyacinthenfarbe giebt, aber sehr schwer von dem immer beygemischten Eisen und Kobalt zu reinigen ist.

Das unter dem Namen Kupfernickel (Cuprum Nicolai s. Niccoli) bekannte rothgelbe Erz dieses Halbmetalls ward sonst nach Henkel und Cramer unter die Kupferoder Kobalterze gerechnet. Cronstedt (Abhdl. der königl. schwed. Akad. der Wiss. auf die Jahre 1751 u. 1754.) zog zuerst aus diesem Erze einen König, der sich von den übrigen Metallen unterschied, und dem er den Namen Nickelkönig oder Nickel beylegte. Da aber Cronstedts König noch höchst unrein war, so suchte Bergmann (Diss. de Niccolo, resp. Arvidson in Opusc. physico - chem, Vol. II. auch frz. in Rozier Journal de phys. Octob. 1776.) mit unglaublicher Mühe, ihn mehr zu reinigen, und seine Natur genauer zu bestimmen. Er fand hiebey den Nickel in vielen Eigenschaften dem Eisen so ähnlich, daß er in Versuchung kam, ihn für nichts anders, als Eisen in einem besondern Zustande zu erklären. Doch erinnert er selbst, daß man besser thue, dieser Muthmaßung nicht eher zu trauen, als bis man den Nickel aus Eisen werde bereiten können.

Die specifische Schwere des Nickels ist gegen 9,000. Je reiner er ist, desto mehr scheint er sich der Dehnbarkeit und Unschmelzbarkeit des Eisens zu nähern, und desto grüner wird sein Kalk. Die Säuren lösen ihn und seinen Kalk auf, und man erhält daraus Salzkrystallen von grüner Farbe. Mit flüchtigem Alkali übersättigt, werden die grünen Auflösungen blau. Im Kupfernickel ist er zugleich mit Eisen und Kobalt durch Schwefel und Arsenik mineralisirt, und der grüne Beschlag, der sich durch Verwitterung des Kupfernickels ansetzt, besteht zum Theil aus dem Kalke des Rickels.

Macquer chymisches Wörterbuch, durch Leonhardi, Art. Nickel.