Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Nebel.
Nebel.

Zusatz zu Th. III. S. 326—329.

Hier sind die Nebel nach dem Auflösungssystem erklärt. Herr Hube fügt noch hinzu, jeder Nebel setze eine Ausdünstung der zweyten Art voraus, daher seyen die Nebel in heißen Gegenden seltner, und werden gegen die Pole immer häufiger. Es gehöre auch dazu, daß die Luft bis auf eine beträchtliche Höhe faft mit Dünsten gesättiget sey. Die Nebel bestehen aus Bläschen, die sich durch Elektricität zurückstoßen; diese sey auch die wahre Ursache, welche sie so lange über der Erde erhalte. Kurz vor dem Niederfallen verlieren die Nebel alle ihre Elektricität, welche gemeiniglich positiv, die der Wolken hingegen negativ ist.

Nach Herrn de Luc entstehen die Nebel aus dem in der Luft befindlichen Wasserdampfe, dem sein fortleitendes Fluidum durch Erkältung oder Druck entzogen wird. Bey den niedrigen Nebeln reicht die Erkältung zu, die Phänomene zu erklären, daher die de Lucsche Theorie hier nicht so weit von dem Auflösungssystem abweicht. Nach Herrn Lampadius hat der Nebel jederzeit die positive Elektricität der Atmosphäre, welche ihn schwebend erhält. Seine Elektricität ist bald stärker, bald schwächer, übersteigt aber nie denjenigen Grad, wo das Elektrometer ohne Rauch 4—5 Linien Divergenz angiebt. Herr Gren (Grundriß der Naturl. §. 720. 1162) scheint nicht geneigt, die bläschenförmige Gestalt der Nebel anzuerkennen; er hält sie für Wasser, das blos wegen seiner feinen Zertheilung durch Cohäsion in der Luft schwimmend erhalten wird.