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Gehler, J. S. T. Physicalisches Wörterbuch |
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| Naß Niedergehen, Staubregen |
Wenn die Verdichtung der Dünste, oder ihre Verwandlung in Wassertröpfchen, in einer Wolke sehr gleichförmig und langsam geschieht, und die Wolke zugleich niedrig steht, so sinken die kleinen Wassertröpfchen langsam herab, ehe sie sich noch zu größern Tropfen vereinigen können. Es entsteht alsdann ein äusserst feiner Regen, dessen Tropfen kaum sichtbar sind, aber sehr dicht und langsam niederfallen, und die Körper stark benetzen. Man sagt alsdann, es gehe naß nieder. Man bemerkt diese Erscheinung vorzüglich, wenn die Nebel aus der Luft niederfallen: man befindet sich alsdann gleichsam in der Wolke selbst, deren Dunstbläschen sich zu tropfbarem Wasser verdichten.
Eben dies kan auch statt finden, wenn eine höhere Wolke sich von unten auf zu verdichten anfängt. Alsdann fallen die Tröpfchen aus ihren untern Schichten zuerst herab, und werden im Falle nicht größer, weil sie weiter kein Wasser auf ihrem Wege antreffen, und die Tropfen der obern Schichten erst später nachfolgen. Geht aber die Verdichtung der Wolke von oben herab, so fallen die Tropfen der obern Schichten zuerst, verbinden sich im Falle mit dem Wasser der nidrigern Schichten, und bilden dadurch größere Tropfen, welche den Widerstand der Luft stärker überwinden, und daher schneller oder mit mehr Gewalt herabfallen.
v. Musschenbroeck Introd. ad. philos. nat. To. II. §. 2351.
Brisson Dict rais. de Phys. art. Bruine.