Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Hydrographie
Hydrographie, Hydrographia, Hydrographie.

Derjenige Theil der mathematischen Geographie, welcher von der Kenntniß, und Beschiffung des Meeres handlet. Man rechnet dahin die Lehren vom Compaß, Bestimmung der Länge und Breite zur See, den Seekarten, der Loxodromie und Erfindung des Weges zur See, welches letztere auch besonders mit dem Namen der Schiffahrt (Navigation) belegt wird.

Im vorigen Jahrhunderte trug der Iesuit Fournier, (Hydrographie, Paris, 1653. fol.) alles, was hievon zu seiner Zeit bekannt war, zusammen, und eine ähnliche Sammlung verband Riccioli mit seinem geographischen Werke (Geographia et Hydrographia reformata. Venet. 1662. fol.) Die Theorie der Seekarten mit wachsenden Breiten, dergleichen schon vorher Gerhard Mercator verfertigt hatte, zeigte Eduard Wright (Certain errors in Navigation detected and corrected, the 2d edit. Lond. 1657.). Alle diese Lehren aber sind seitdem durch mehrere Untersuchungen und Beobachtungen, Anwendung der höhern Mathematik, Erfindung bequemer Werkzeuge u. dgl. zu einer weit größern Vollkommenheit gebracht worden. Man s. die Worte: Compaß, Abweichung der Magnetnadel, Neigung der Magnetnadel Länge, geographische, Loxodromie. Die vorzüglichsten neuern Schriften über die Schiffahrt in diesem verbesserten Zustande sind von Bouguer, (Nouveau Traité de Navigation, Paris, 1755, 1760, 1769. 4.) Leveque (Guide du Navigateur ou Traité de la prâtique des observations et des calculs necessaires au Navigateur. Paris, 1778. 4.) und Röhl (Anleitung zur Steuermannskunst, Greifsw. 1778. 8.), auch hat Herr Bode (Kurzgefaßte Erläuterung der Sternkunde, und der damit verwandten Wissenschaften, Berlin, 1778. 2 Theil) etwas davon in einer lehrreichen Kürze mitgetheilet.