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Gehler, J. S. T. Physicalisches Wörterbuch |
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| Halbkugeln, Hemisphäre |
Jeder größte Kreis theilt die Kugel durch seine Ebne, und die Kugelfläche durch seinen Umkreis in zwo gleiche Helften, welche man Halbkugeln nennt. Insbesondere führen diesen Namen in der Geographie und Sternkunde die Helften, in welche die Erd- und Himmelskugel durch den Horizont, Aequator und Mittagskreis getheilt werden.
Der Horizont theilt uns den Himmel in die sichtbare und unsichtbare, oder welches eben so viel ist, in die obere und untere Halbkugel ein. Auch auf der Erdkugel Taf. VIII. Fig. 2. kan man für den Beobachtungsort o, den man sich stets oben gedenkt, und dessen wahrer Horizont mn ist, die Erde in die obere und untere Halbkugel maopn und mstqn getheilt annehmen.
Der Aequator aq und AQ theilt die Erd- und Himmelskugel in die nördliche und südliche Halbkugel, aopnq und amsnq, AZPRQ und AHSNQ, wovon jene den Nordpol p und P, diese den Südpol s und S in ihrer Mitte hat.
Der Mittagskreis des Beobachtungsorts omsnpo und ZHSNPZ theilt beyde Kugeln in die östliche und westliche Halbkugel, wovon in der Figur gerade nur die östliche sichtbar ist, die westliche aber auf ihre Rückseite fällt. Jene hat den Morgenpunkt C, diese den entgegengesetzten Abendpunkt in ihrer Mitte.
Der größte Kreis endlich, dessen Ebne auf der nach dem Mittelpunkte der Sonne gezognen Linie senkrecht steht, theilt die Erdkugel und jeden dunklen Körper des Sonnensystems in die erleuchtete und dunkle Halbkugel ein. Weil aber die Sonne einen größern Halbmesser hat, als die dunklen Himmelskörper, so erleuchtet sie von jedem dieser Körper etwas mehr als die Helfte, und das erleuchtete Hemisphär erstreckt sich ringsum über seine eigentliche Grenze noch um die Größe des scheinbaren Halbmessers der Sonne, d. i. für die Erdkugel ohngefähr um 15 Minuten eines größten Kreises hinaus.