Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Feucht
Feucht, Humidum, Humide.

Ueberhaupt nennt man einen Körper feucht, wenn er von Wasser oder andern flüßigen Materien durchdrungen ist, oder dergleichen in seinen Zwischenräumen enthält. So sagt man, ein Schwamm, ein Papier sey feucht, wenn sich Wassertheile in den Zwischenräumen dieser Körper aufhalten; man nennt die Luft feucht, wenn sie viel Wasser oder Dünste in sich enthält, es sey nun in unsichtbarer oder in concreter Gestalt, s. Dünste; man sagt, die Salze werden an der Luft feucht, weil sie die in der letztern enthaltenen Wassertheile in sich nehmen.

Insbesondere aber nennt man diejenigen Körper feucht, welche geneigt sind, das Wasser oder überhaupt das Flüßige, das sie enthalten, den sie berührenden Körpern mitzutheilen. In diesem Sinne wird das Wort feucht genommen, wenn man sagt, das Hygrometer zeige, wie feucht die Luft sey. Es zeigt eigentlich, wie stark die Disposition der Luft sey, das in ihr enthaltene oder aufgelöste Wasser der zum Hygrometer gebrauchten Substanz mitzutheilen.