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Gehler, J. S. T. Physicalisches Wörterbuch |
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| Dicht |
Dieses Wort drückt einen relativen Begrif aus. Man kan eigentlich nie von einem einzelnen blos an sich betrachteten Körper sagen, er sey dicht; man nennt aber von zween gegen einander gehaltenen Körpern einen derselben dichter, als den andern. Derjenige nemlich heißt der dichtere (densius), der in einem gewissen bestimmten körperlichen Raume oder Volumen (z. B. unter der Größe eines Cubikzolls) mehr Materie, als der andere, enthält: der, welcher in eben diesem Raume weniger Materie faßt, heißt der dünnere, lockrere (rarius). Da z. B. ein Cubikzoll Wasser mehr wiegt, mithin mehr Materie enthält, als ein Cubikzoll Luft, so nennt man bey dieser Vergleichung das Wasser den dichtern, die Luft den dünnern Körper. Ein Körper, der in demselben Raume doppelt so viel Materie enthält, als ein anderer, heißt doppelt so dicht, als der letztere, u. s. w. s. Dichte.
Inzwischen pflegt man doch diejenigen Körper, welche in Vergleichung mit allen oder mit den meisten übrigen bekannten sehr dicht sind, oft auch an sich dichte Körper zu nennen. So heißen Platina und Gold dichte Körper, weil ein Cubikzoll von diesen Substanzen mehr wiegt, mithin mehr Materie in sich faßt, als ein Cubikzoll von Quecksilber, Bley, Stein, Wasser und allen übrigen bekannten Substanzen. In diesem Sinne |ist dicht so viel, als sehr dicht oder compact. In dem Raume, den ein solcher Körper einnimmt, muß also die Materie sehr zusammengedrängt seyn, ihre Theile müssen nahe an einander liegen, und wenig leere oder mit fremder Materie angefüllte Zwischenräume zwischen sich lassen.
Vollkommen dicht würde also ein Körper seyn, wenn die Theile seiner Materie einander vollkommen berührten, oder gar keine Zwischenräume zwischen sich übrig ließen, kurz, wenn sein Raum in jedem Punkte undurchdringlich wäre. Die Erfahrung lehret, daß es unter allen uns bekannten Körpern keinen vollkommen dichten gebe, weil selbst das Gold und die Platina, als die dichtesten Körper, die wir kennen, noch eine beträchtliche Menge von Zwischenräumen enthalten, welche machen, daß sie von fremdartigen Materien durch drungen werden können, s. Zwischenräume der Körper.