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Gehler, J. S. T. Physicalisches Wörterbuch |
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| Dammerde, vegetabilische Erde, Gartenerde |
Humus, Terra vegetabilis, Terre uegetale. Diesen Namen führt die nach völlig vollendeter Verwesung der thierischen und vegetabilischen Substanzen übrigbleibende Erde, in der die Pflanzen wachsen, und welche die Oberfläche des platten Landes und der Hügel, ingleichen die Füße und Abhänge der Berge, bis auf eine gewisse Höhe, bedeckt.
Die Dammerde enthält die in den organischen Substanzen vor ihrer Verwesung befindlichen erdichten Theile. Ob sie noch das Gewächslaugensalz der Pflanzen und die Phosphorsäure der thierischen Theile in sich habe, verdient noch genauere Untersuchung.
Die Erfahrung lehrt, daß die Dammerde der eigentlich fruchtbarmachende Theil des zur Vegetation dienenden Bodens sey. Durch fortgesetzten Anbau verliert der Boden von seiner nährenden Kraft für die Pflanzen, wenn er nicht von Zeit zu Zeit durch Dünger und Verwesung organischer Substanzen von neuem mit befruchtender Dammerde versehen wird. Diese Dammerde ist auch keine reine Erde, oder kein Gemenge von andern unorganischen Erden, indem die trockne Destillation derselben immer brennbares und kohlensaures Gas mit empyrevmatischen Oele giebt, und einen kohlichten Rückstand hinterläßt.
An Orten, wo menschliche Cultur oder zusammenlaufendes Wasser die Menge der Dammerde nicht vermehrt haben, hat Herr de Luc die Schicht derselben, welche die Oberfläche unsers festen Landes bedeckt, überall gleich hoch, nicht über einen pariser Schuh, gefunden. So war es auf den Gipfeln der Schweizer Berge, eben so in der weiten üneburgischen Heide. Er zieht hieraus den Schluß, daß unser festes Land noch nicht seit so gar langer Zeit aufs Trockne gekommen seyn könne.
Gren syst. Handbuch der gesammten Chemie, II. Band. 1794. §. 1374. 1375.
de Luc Briefe über die Geschichte der Erde und des Menschen; a. d. Frz. Leipzig, 1781. gr. 8. LV. Brief u. a. mehreren Stellen.