Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Aufgang der Gestirne.
Aufgang der Gestirne.

Zusatz zu Th. I. S. 175.

Wie man bey Berechnung des Aufgangs der Gestirne auf die Wirkung der Stralenbrechung Rücksicht zu nehmen habe, lehrt unter andern Herr Kästner (Astronomische Abhandlungen, Erste Samml. Göttingen, 1772. III. Abhandl. §. 444. u. f.) aber vermittelst einer Formel, welche der Wahrheit nur nahe kömmt. Es geschieht durch eine Berichtigung, die man mit der Größe des halben Tagbogens vornimmt, welchen die Stralenbrechung um etwas vergrößert. Tafeln, nach dieser Formel berechnet, finden sich von Emery in de la Lande Astronomie (II. Ausg. §. 1028); auch in Bode (Astron. Jahrbuch 1784. S. 115). Die schärfere Berechnung durch gewöhnliche sphärische Trigonometrie ist etwas mühsamer; jedoch von Herrn Prof. Rüdiger (Chr. Frid. Rüdiger Progr. de effectu refractionis in ortu et occasu stellarum computando. Lips. 1792. 4.) durch Einführung des Cosinus des halben Tagbogens und vorläufige Berechnung eines Hülfswinkels möglichst erleichtert worden. Eine für Paris scharf berechnete Tabelle von Guerin sindet sich in der Connoissance des tems für 1771, S. 156.

Zu S. 178. ist noch zu bemerken, daß die mathematische und philologische Untersuchung der poetischen Auf- und Untergänge, bey Gelegenheit einer für die göttingischen Studirenden aufgegebenen Preißfrage, von dem jetzigen Professor der Mathematik zu Helmstädt, Herrn Pfaff (Comm. de ortibus et occasibus siderum apud auctores classicos commemoratis. Gott. 1786.) umständlich abgehandelt worden ist. Von Herrn Scheibels hier angesührtem Buche ist die zweyte Auflage (Breslau, 1785. 8.) erschienen.