Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Amalgama
Amalgama, Amalgama, Amalgame.

So heißt in der Chymie die Verbindung des Quecksilbers mit den andern metallischen Substanzen. Das Quecksilber verbindet sich unter allen Metallen am leichtesten mit dem Golde und Silber, sehr schwer mit dem Kupfer und Spießglaskönige, und mit dem Eisen und Kobalt gar nicht. Es giebt zween Wege, Amalgamen zu machen, entweder durch bloßes Reiben, oder durch Vermischung des geschmolzenen festen Metalls mit Quecksilber. In geringer Menge mit den Metallen vermischt, macht das Quecksilber dieselben blos zerreiblich; in größerer Menge bildet es mit ihnen eine Art von Teig ohne Zähigkeit und Dehnbarkeit, welchem man eigentlich den Namen eines Amalgama beyleget.

Man gebraucht die Amalgamirungen des Goldes und Silbers, um diese Metalle aus den erdigten und steinigten Materien, denen sie beygemischt sind, zu ziehen, ingleichen zu gewissen Arten der Vergoldungen und Versilberungen, wobey das äußerst flüchtige Quecksilber durchs Feuer weggetrieben wird, und das Gold oder Silber auf der mit dem Amalgama bestrichenen Fläche zurückläßt. Das Amalgama des Zinns mit Quecksilber, oder die vom Quecksilber zerfreßne Spiegelfolie, dient zur Belegung der Spiegel. Die in gewissen Proportionen gemachten Amalgamen gewisser Metalle schießen in Krystallen an, wovon Bergmann (physikalische Beschreibung der Erdkugel, nach Röhls Uebersetz. Greifswald 1780. gr. 8. II. Th. S. 281.) nähere Nachricht giebt, um zu beweisen, daß man von krystallischen Anschießungen nicht sicher auf die Gegenwart eines Salzes schließen könne.

Macquer chym. Wörterb.