Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Alaun
Alaun, Alumen, Alun.

Ein erdiges Mittelsalz, welches durch Verbindung der Vitriolsäure und Thonerde oder Alaunerde entsteht. Es läst sich leicht in Wasser auflösen und krystallisiren, hat einen herb-süßlichen stark zusammenziehenden Geschmack, und weil die Krystallen desselben viel Wasser enthalten, so gerathen sie über dem Feuer von selbst in Fluß, das Wasser verdünstet, und es bleibt der gebrannte Alaun, ein lockeres, trocknes und leicht zerreibliches Salz, übrig. Man bereitet den Alaun aus mancherley kiesigten und erdigten Materien, z. B. aus einer Erde der Solfatara bey Puzzuolo, einem Steine in der Gegend von Civita-Vecchia, aus Kiesen und Erzen verschiedener Bergwerke. Man gebraucht ihn vorzüglich in der Färbekunst, in der er eine Hauptmaterie ausmacht, um die Farben zu befestigen; außerdem zum Planiren des Papiers, Aussieden des Silbers, Versilbern des Kupfers, zur Lederbereitung, zu feuerabhaltenden Anstrichen, zu Lackfarben u. s. w.; auch in der Arzneykunde als ein wirksames zusammenziehendes Mittel.

Macquer chym. Wörterbuch, Art. Alaun.

Alaunerde, s. Thonerde.