Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Akustik.
Akustik.

Zus. zu Th. I. S. 89. 90.

Herr D. Chladni hat durch scharssinnige Experimentaluntersuchungen über den Klang elastischer Ringe und Scheiben (s. den Art. Klang, Th. II. S 758. u. f.) diese Wissenschaft ungemein erweitert, und durch seine sinnreiche Methode, die Klänge der Körper sichtbar darzustellen, ein weites Feld zu fernerm Nachsorschen eröfnet. Ueberhaupt hat sich die Akustik von den Bemühungen dieses erfinderischen Naturforschers noch vieles zu versprechen.

Nach seinem Vorschlage (in Hrn. Prof. Hindenburg Archiv der reinen und angewandten Mathematik, Leipzig, 1794. 1stes Heft, S. 127.) sollte die Klanglehre nicht, wie gewöhnlich, bey der Lehre von der Luft abgehandelt werden, indem jeder andere elastische Körper ebensowohl, als die Luft, klingen, oder einen Klang fortleiten kann. Es würde daher schicklicher seyn, sie bey der Lehre von der Elasticität, oder von den Schwingungen der Pendel, oder am besten bey der Lehre von der Bewegung überhaupt, vorzutragen, indem jede mögliche Bewegung entweder sortschreitend oder drehend oder schwingend (motus progressivus, rotatorius, vibratorius) ist, unter welche letztere Art jeder Schall und Klang gehört. Er erinnert ferner, man habe bisher fast nur auf Saiten Rücksicht genommen, und andere klingende Körper, welche mit eben dem Rechte erwähnt zu werden verdienten, vernachlässiget, theils weil man aus Bequemlichkeit nicht von allen schon vorhandenen Beobachtungen habe Notiz nehmen wollen, theils auch, weil es noch bey vielen klingenden Körpern an gehöriger Untersuchung gefehlt habe. Er schlägt daher vor, nach vorausgeschickter allgemeiner Theorie der Schwingungen, jede Art der klingenden Körper einzeln abzuhandeln, und dann noch etwas über Leitung des Schalles und Klanges durch Luft und andere elastische Körper hinzuzufügen. Seine Classisication der klingenden Körper wird man unten im Zusatze des Art. Klang, finden. Einen Aufsatz hierüber unter dem Titel: Beyträge zur Beförderung eines bessern Vortrags der Klanglehre hat Herr Chladni an die berliner Gesellschaft naturforschender Freunde eingesendet.