Gehler, J. S. T.
Physicalisches Wörterbuch


Aepfelsäure, Apfelsäure
Aepfelsäure, Apfelsäure, Acidum malicum, Acide malique.

Eine zusammengesetzte vegetabilische Säure, welche sich in den Säften saurer Aepfel und anderer sauren Früchte findet. Sie unterscheidet sich von andern Pflanzensäuren dadurch, daß sie mit der Kalkerde ein Mittelsalz giebt, welches sich im Wasser, aber nicht im Weingeist, auflösen läßt. Dieses Mittelsalz heißt apfelgesäuerte Kalkerde (Girtanner), apfelsaurer Kalk (Gren), Calx malata, Malate de chaux.

Um sie zu erhalten, sättigt man den Saft unreifer Aepfel mit Laugensalz, gießt darauf eine Auslösung von Bley in Essig, wäscht den Niederschlag, der aus dem Bley mit der Apfelsäure besteht, aus, und gießt eine schwache Schwefelsäure auf denselben, die sich mit dem Bley verbindet, und die reine Aepfelsäure flüßig zurückläßt, so daß sie durch Filtriren geschieden werden kann. Man kann sie auch künstlich bereiten, wenn man Zucker in verdünnter Salpetersäure auflöset, und Kalkwasser darauf gießet. Die andern Pflanzensäuren fallen alsdann mit der Kalkerde zu Boden, der apfelgesäuerte Kalk aber bleibt in der Flüßigkeit aufgelößt, und kann, wie vorhin, durch Bleyessig und Schwefelsäure daraus geschieden werden.

Das antiphlogistische System nimmt die Aepfelsäure für eine Zusammensetzung aus Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff an, die etwas mehr Sauerstoff, als die Sauerkleesäure, aber weniger, als die Essigsäure, enthält; dagegen sich in ihrer Grundlage mehr Kohlenstoff, und weniger Wasserstoff, als in der Essigsäure, befindet.

Girtanner Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie. Götting. 1792. gr. 8. S. 380.

Gren Grundriß der Naturl. Halle, 1793. 8. §. 457.